Gondel auf dem Kanal in Venedig

Venedig: Kaffeestadt in der Lagune

Frederike von

Venedig ist die Wiege der europäischen Kaffee-Kultur. Die älteste und berühmteste Stadt des Kaffees verkörpert eine original, historische Kaffee-Szene. Sie ist über Jahrhunderte gewachsen und lädt, wie die Stadt selbst, zum Entdecken ein. Die Stadt mit dem verwunschenen Flair, dem prunkvollen Karneval, den gespenstischen Gondeln und den gemütlichen Kaffee-Bars ist auf jeden Fall eine Reise wert.

Die Ankunft des Kaffees in Venedig

Venedig gehört zu den traditionsreichsten Städten Italiens. Die Hauptstadt Venetiens liegt auf einigen größeren Inseln in der Lagune von Venedig. Neben den unzähligen Brücken, Gondeln und Sehenswürdigkeiten ist Venedig eine wahre Kaffeestadt. Die Kenntnis um den Kaffee gelang bereits im 16. Jahrhundert nach Venedig. In einem Bericht an den Senat von Venedig erwähnte der Botschafter Konstantinopels Gianfrancesco Morosini 1585 zum ersten Mal das Getränk – Kaffee. Die venezianischen Kaufleute folgten den Seewegen, die den fernen Osten mit Venedig und Neapel verknüpften. Venedig war schließlich die erste Stadt in Italien und Europa, wo die Menschen die köstlichen Aromen des Kaffees erleben durften. Von Venedig aus wurde der Kaffee mit zeitlicher Verzögerung verbreitet. Kaffee galt lange als ein Luxusgut der oberen Schichten. Auch zu Beginn wurde Kaffee oft zu medizinischen Zwecken verwendet. Bis in das 18. Jahrhundert war Venedig der wichtigste Umschlagplatz für Kaffee aus dem Orient.

Das älteste Kaffeehaus Europas: Caffè Florian

Nachdem die ersten Kaffeehäuser bereits im Orient eröffnet wurden, war das traditionsreiche Kaffeehaus „Caffè Florian“ in Venedig das erste in Europa. Gegründet wurde das Kaffeehaus 1647. Schon bald darauf öffneten viele weitere Kaffeehäuser in den größeren Metropolen, wie Paris, London oder Wien. Die Kaffeehäuser dienten als Anlaufpunkt für Kaffeegenießer. Aber auch Geschäftsleute und Politiker trafen sich dort, um Geschäfte zu tätigen und politische Diskussionen zu führen. Das bekannteste Café Venedigs liegt direkt am Markusplatz. Das Caffè Florian ist berühmt und lockt heute Scharen von Touristen an und ist in der Hauptsaison extrem überlaufen.  Dennoch lohnt sich ein Besuch, das Café benannt nach dem Vornamen des früheren Besitzers, bewahrt bis heute viel von der Dekoration des 19. Jahrhunderts. Große Namen wie Casanova, Goethe, Lord Byron, Proust oder Dickens tranken in dem Café ebenfalls schon einen Espresso. Das erste Deutsche Kaffeehaus war übrigens das „Schütting“ in Bremen, welches 1697 gegründet wurde.

Venezianischer Kaffee: Caffè del Doge

Es gibt viele verschiedene Röstereien in und um Venedig. Denn auch heute wird die Kaffeekultur in Venedig groß geschrieben. Die Kaffeebohnen werden in Säcken auf Gondeln über die Kanäle der Stadt zu den Röstereien geliefert. Direkt neben der Rialto-Brücke befindet sich „Caffè del Doge“. Der Name „del Doge“ führt zurück zu den venezianischen Staatsoberhäuptern, die erst 1797 durch die Übernahme der Stadt durch Napoleon abgelöst wurden. Ursprünglich hatte der Doge eine enorme Kraft, die jedoch im 12. Jahrhundert begrenzt wurde. Er wurde unter den Adligen der venezianischen Aristokratie gewählt und behielt sein Amt bis zu seinem Tod. Das repräsentativste Symbol des Dogen von Venedig ist seine eigenartige Krone: das Dogenhorn. Inzwischen ist auch das Kaffeehaus „Caffè del Doge“, unweit der Rialto-Brücke Kult. In dem anspruchsvollen, aber gemütlichen Café können mehr als 14 verschiedene Kaffees genossen werden. Darunter die klassischen Mischungen, wie Doge Rosso oder Doge Nero. Alle Röstungen werden extra für das Café hergestellt, wodurch gewährleistet wird, dass nur die besten Rohstoffe für die Kaffeespezialitäten verwendet werden.

Venedig entdecken – am besten zu Fuß oder mit der Gondel

Niemand der die Lagunenstadt Venedig besucht, sieht diese zum ersten Mal. Durch die vielen Filme und Beschreibungen kommt keiner an dieser Stadt vorbei und sollte sie einmal in seinem Leben besucht haben. Venedig kann am besten zu Fuß oder mit dem Boot erkundet werden, denn die Stadt ist für Autos gesperrt. Zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten zählen neben der Piazza und Piazetta San Marco, der Canale Grande, die Rialto-Brücke und die vielzähligen Sakralbauten, wie der Markusdom. Darüber hinaus gibt es noch viel mehr in Venedig zu entdecken, wie der Dogenpalast. Nachdem das Labyrinth aus Gassen, Plätzen und Hinterhöfen erkundet wurde, kehren Sie ein in die vielen Bars oder Cafés der Stadt. Aber Achtung, Venedig ist auf Grund der vielen Touristen überteuert. Falls das Budget nicht ausgereizt werden soll, lohnt die Suche eines Cafés oder einer Bar außerhalb der unzähligen Touristenattraktionen. Nachdem ein perfekter italienischer Espresso genossen wurde, ist zur Entspannung eine Fahrt mit einer der unzähligen Gondeln zu empfehlen. Venedig ist schließlich eine Stadt am Wasser und welche bessere Möglichkeit gibt es sich in der Stadt zu bewegen, als über das Wasser. Die meisten Strecken der Gondelfahrten dauern 30-40 Minuten und gehen über den Canale Grande zu den kleinen Seitengässchen.

 

Zusammenfassung:

  • Die Geschichte des Kaffees begann in Venedig
  • Das älteste Kaffeehaus „Caffè Florian“ wurde 1647 in Venedig gegründet
  • Die Kaffeekultur der Rösterei „Caffè del Doge“
  • Eine Fahrt mit der Gondel in Venedig – Ein Muss

Aufnahme Beitragsfoto: ©iStockphoto.com/RolfST

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