Essen in Italien: Wegweiser durch die italienische Küche

Vanessa von

Italien: Unterwegs durch die verschiedenen Küchen des Landes und essen mit allen Sinnen. Palare italiano? ~ Sprechen Sie Italienisch? Ein paar italienische Wörter kennt jeder: Pizza, Pasta, Caffè und Gelato oder aus dem Lieblings-Ristorante: Ciao, grazie, arrivederci! Wissenswertes über die italienische Küche und nützliche Vokabeln für den Restaurantbesuch lesen Sie in diesem Artikel.

Il caffè auf Italienisch bestellen

Espresso mit Cantuccini
Espresso mit Cantuccini

In einer Straßenbahn unterhalten sich Francesca und Giorgio auf italienisch. Man steht daneben und hört diese melodische Sprache. Sofort drängen sich Bilder ins Bewußtsein: mediterranes Lebensgefühl, Meer, Landschaften und das unvergleichliche italienische Temperament. Plötzlich bekommt man Lust auf einen italienischen caffè/Espresso und denkt sich zurück in den letzten Italien Urlaub und an die Schwierigkeiten in der Bar einen caffè zu bestellen.

Wer in Italien unterwegs ist, möchte üblicherweise eines: Einen Caffè trinken! Doch wie gelingt die Bestellung in der Bar?

Wir geben ein paar Wörter an die Hand, damit es klappt:

Buongiorno! Guten Tag!
Ciao! Hallo!
Un caffè, per favore. Einen Kaffee, bitte.
Un americano, per favore. Einen langen Kaffee (Espresso mit heißem Wasser) bitte.
Con latte, per favore. Mit Milch bitte.
Per favore Bitte (nach der Bestellung)
Grazie Danke
Prego gern geschehen
Gustoso! Lecker
Di che torrefazione è questo caffe? Von welcher Rösterei ist dieser Kaffee?

 

Bitte der Reihe nach – Die italienische Menü-Reihenfolge

Die mediterrane Küche gilt als sehr gesund. Ein Grund mehr, genauer zu betrachten, wie die Italiener essen. Die traditionelle Menü-Reihenfolge in Italien ist landauf, landab gleich. Während der ersten Mahlzeit des Tages nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt wird, wird hingegen mittags oder abends traditionell gegessen. Zwischendurch gibt es immer den einen oder anderen Espresso in einer Bar. Beim Frühstück („colazione“) beschränkt sich der Italiener auf das Wesentliche: Ein Espresso oder Cappuccino mit einem Cornetto (mit Marmelade gefülltes Hörnchen) oder Gebäck, aber generell eher immer im Vorbeifliegen.

Als Tourist in einem italienischen Restaurant oder zu Gast bei Italienern zu Hause kann es zu Verwirrung kommen, wenn man die Essgewohnheiten der Italiener nicht kennt. Da kann es schon einmal vorkommen, dass man satt ist, bevor es richtig losgeht. Um dem vorzubeugen, hier Wissenswertes über die Menü-Reihenfolge in Italien:

  1. Gli’Antipasti: Zum Start werden Antipasti-Köstlichkeiten wie eingelegtes Gemüse, Fisch- und  Fleisch-Häppchen gereicht
  1. Il primo: Der erste Gang besteht üblicherweise aus Pasta oder Risotto.
  1. Il Segundo: Der zweite Gang bei einem italienischen Gericht ist der Hauptgang. Es werden Fleisch (carne) oder Fisch (pesce) serviert. Begleitet werden diese von den Beilagen (il contorno), typischerweise Gemüse (verdure).
  1. Il dolce: Ein Dessert darf nicht fehlen. Hierbei handelt es sich um süße Speisen (dolce) wie beispielsweise Tiramisu oder Eis (gelato).
  1. Ammazza caffè / Amaro: Zu guter Letzt, aber unverzichtbar: Il caffè. Manchmal vielleicht auch ein Aperitif. Ein reiner Kaffee (caffè liscio) oder Kaffee mit Schuss (caffè corretto). Als Aperitif ein Kräuterschnaps (amaro) oder Limocello oder Grappa.

Auf der Rechnung in einem Restaurant wird wahrscheinlich auch „coperto“ eine Servicegebühr für das Besteck enthalten sein sowie möglicherweise ein kleiner Aufpreis für das servierte Brot mit Olivenöl. Ein kleiner Hinweis: Die Italiener bevorzugen zu einer Pizza übrigens Bier und nicht Wein.

Regionale italienische Spezialitäten

Caprese Salat
Caprese Salat:  iStock© MarianVejcik

In ganz Italien wird caffè üblicherweise im Stehen in einer Bar getrunken. Ein kleiner Plausch mit dem Barista und den anderen Gästen an der Bar gehört zum Lebensgefühl. Italien ist nicht nur bekannt für den kleinen, schwarzen Muntermacher sondern auch für seine Küche. Der Norden und der Süden Italiens unterscheiden sich in ihrer Küche grundlegend. Im Norden, wie der Toskana oder in Städten wie Mailand wird nach ganz anderen Prinzipien gelebt und eine ganz andere Küche gekocht als in Kalabrien oder Sizilien. Im Norden werden öfter Butter und Sahne verwendet. Eintöpfe und Suppen sind hier ebenfalls sehr beliebt wie z.B. die Minestrone. Der Süden Italiens liebt Olivenöl. Hier sagt man: Olivenöl trinkt man wie Wein, kräftig und reichlich. Zum anderen ist die Küche viel traditioneller. Gemüse gibt es in allen Variationen vor allem frisch oder eingelegt (Antipasti). Auch die italienische Pasta in ihren vielen Erscheinungsformen hat Heimatregionen. Penne kommt aus Rom, Tagliolini aus Piemont, Trofie aus Kalabrien und Maccharonicini aus Sizilien. In ganz Italien wird Essen kultiviert. Rezepte werden als Familiengeheimnis weitergegeben und es wird mit Liebe und Gefühl gekocht. So entstanden in den Familien ganz eigene Rezepte für eine Minestrone, da Oma sie immer so gekocht hat oder auch für die Torta della Nonna, der Kuchen den Oma immer so gebacken hat. Die italienische Küche ist kreativ. So entstand das kleine Nationalgericht Mozzarella Caprese. Die Rezeptur wurde auf Capri entwickelt, um Napoleon während seines Italien Feldzuges ein leichtes Gericht in den Nationalfarben Italiens servieren zu können.

 

Die beliebtesten Speisen in Norditalien:

  • Im Norden Italiens des Landes gibt eine Reihe an würzigen Alpenkäsen
  • Polenta ist sehr typisch. Der Brei aus Maisgrieß ist sehr beliebt.
  • Risotto alla Milanese
  • Minestrone (italienische Gemüsesuppe)

In Deutschland sind Gerichte bekannt, die in Italien allerdings ganz anders heißen. Ein Beispiel: Spaghetti Bolognese aus Bologna. So denkt der Deutsche. In Italien heißt dieses Gericht Spaghetti al ragù.

Die beliebtesten Speisen in Süditalien

  • Spaghetti alla Napoletana
  • Pizza mit scharfer Salami und Artischocken
  • frischer Fisch in allen Variationen
  • Zitronencreme

In Deutschland sagen wir Spaghetti Napoli aus Neapel, in Italien sind es Spaghetti promodoro.

Die Kost in Süditalien besteht vornhemlich aus viel Gemüse, Brot aber wenig Fleisch. Der Süden Italiens ist landwirtschaftlich kärger als der Norden. Hier wachsen in der heißen Sonne jedoch wunderbare Zitrusfrüchte und Oliven. In vielen südlichen Landstrichen herrschen vegetarische Gerichte vor, insbesondere werden Tomaten, Auberginen neben Artischocken, Paprika und Zucchini gegessen. Rindfleisch ist die Ausnahme. Lamm, Geflügel, Schwein sind die Hauptfleischsorten des Südens. In den Küstengebieten gibt es frischen Fisch. Die Pasta wird vorwiegend aus Hartweizen hergestellt während im übrigen Italien frische Pasta aus Mehl und Eiern zubereitet wird.

Italien: Unser kleines Wörterbuch

Italienisch wird von ca. 65 Millionen Menschen weltweit gesprochen; hauptsächlich natürlich in Italien und der angrenzenden Schweiz. Wie bei allen Sprachen haben die verschiedenen Regionen eigene Mundarten und Dialekte, die besser oder schlechter zu verstehen sind. Im Allgemeinen wird „Hoch“ Italienisch gesprochen, das die Kinder in der Schule lernen.  Die italienischen Regionen unterscheiden sich also nicht nur in der Kochkunst sondern auch im Dialekt. Die Italiener sind herzliche Menschen und jeder, der versucht Ihnen mit ein paar Brocken in ihrer Muttersprache zu begegnen, gewinnt ein Lächeln und Aufmerksamkeit. Daher ist es nicht schlecht, das Land des Stiefels zu bereisen und ein paar Sprachkenntnisse zu haben. Denn gerade in ländlichen Regionen sprechen die Menschen wenig andere Sprachen. Ist man unterwegs und bekommt Hunger, können nur ein paar kleine Vokabeln einen Unterschied machen. Der Kellner lächelt, knüpft Kontakt und man ist im Gespräch.

Wir geben ein paar nützliche Vokabeln sich im Restaurant zurecht zu finden:

Scusi Entschuldigung
Vuole il menù Möchten Sie die Speisekarte?
Sì, prego Ja, bitte
No, grazie. Nein, danke.
Che cosa avete oggi? Welche Gerichte haben Sie heute?
Per me Für mich
Vorrei / vorremmo Ich hätte gerne / Wir hätten gerne
E da bere? Und zu trinken?
acqua minerale Mineralwasser
vino bianco / rosso Weißwein / Rotwein
Buon appetito! Guten Appetit!
Desidera ancora qualcos’altro? Wünschen Sie sonst noch etwas?
Va bene così. Es ist alles in Ordnung.
Il conte, per favore. Die Rechnung bitte
Arrividerci / Ciao Auf Wiedersehen!

Zusammenfassung

  • Italien; unterwegs durch die verschiedenen Küchen des Landes und essen mit allen Sinnen.
  • Beim Frühstück („colazione“) beschränkt sich der Italiener auf das Wesentliche: ein Espresso oder Cappuccino mit einem Cornetto (mit Marmelade gefülltes Hörnchen) oder Gebäck
  • In ganz Italien wird caffè üblicherweise im Stehen in einer Bar getrunken.
  • Der Norden und der Süden Italiens unterscheiden sich in ihrer Küche grundlegend.
  • Rezepte werden als Familiengeheimnis weitergegeben und es wird mit Liebe und Gefühl gekocht.

Beitragsbild: iStock© eZeePics

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