Espresso Tonic: Sommer Trenddrink 2017

Carola von

Ein guter Espresso ist ein Genuss. Ein hervorragend gemixter Gin Tonic ebenso. Das war es dann mit den Gemeinsamkeiten. Oder doch nicht? Nicht nur auf Instagram sind diese beiden (scheinbar) ungleichen Zutaten immer öfter gemeinsam zu sehen und sorgen zumindest im Longdrink-Glas für den Sommerhit 2017: Der Espresso Tonic treibt Blogger in Lobesarien und in immer mehr Kaffeebars steht der außergewöhnliche Mix auf der Karte. Was ist drin, worauf muss man achten und wieso funktioniert das überhaupt?

Was ist ein Espresso Tonic?

Wie bei jedem guten Longdrink ist beim Espresso Tonic eigentlich nur drin, was draufsteht: also in diesem Fall Tonic Water und Espresso. Und ganz so abwegig, wie die Mischung klingt, ist sie gar nicht:

Dass sich Kaffee und Zitrusaromen hervorragend vertragen, wissen Kaffeekenner bereits seit geraumer Zeit. Nicht umsonst gilt ein Espresso mit Zitrone seit Ewigkeiten als gutes Hausmittel gegen Kopfschmerzen.

Spätestens, seit die Third-Wave-Kaffeeszene den guten alten Eiskaffee als Cold Brew oder Cold Drip rekalibriert hat, stehen Zitrusaromen auch geschmacklich wieder stärker im Mittelpunkt. Denn kalter Kaffee plus frisch gepresster Zitronensaft plus Eiswürfel ergibt eine überaus kalorienarme und intensive Erfrischung im Sommer.

Der Schritt von Zitrusnuancen zum herben Chinin-Geschmack von Tonic Water ist dabei nicht mehr weit. Und im Gegensatz zu Cold Brew oder Cold Drip mit allen möglichen Extras braucht man für den Kaffee Tonic nichts weiter als den richtigen Espresso, Tonic Water, Eis und günstiges Zubehör.

Wie macht man Espresso Tonic?

Espresso in Tonic
Espresso in Tonic ©istockphoto.com RyanJLane

Selbst in einem simplen Longdrink mit gerade einmal zwei Hauptzutaten steckt viel Barkeeper-Wissen. Das beginnt bei der richtigen Paarung von Espressobohne und Tonic Water und hört bei der korrekten Reihenfolge der Arbeitsschritte auf.

Denn damit aus Tonic und Espresso keine braune Brühe wird, ist die Einfüllreihenfolge hier überaus entscheidend. Erst wird Eis in ein Highball-Glas gegeben, dann wird das Glas bis fast zum Rand mit kaltem, frisch geöffnetem Tonic Water aufgefüllt.

Das Wörtchen „frisch“ ist hier wichtig, denn wenn es nicht mehr richtig sprudelt, verliert das empfindliche Tonic Water schnell seine Balance aus Bitterkeit, Säure und leicht süßlichem Nachhall.

Und was ist mit dem Kaffee-Shot? Brauchen wir Iced Espresso oder geht es besser direkt aus dem Espressokocher oder dem Siebträger? Sagen wir so: Ein kalter Espresso wirkt naheliegender, aber die frisch gebrühte (also heiße) Variante ist die klügere Idee. Denn frisch gebrüht kommen im Espresso genau die Aromen zum Tragen, die perfekt zum Tonic passen.

Und keine Sorge: Da der Longdrink erst zum Schluss sanft und vorsichtig mit dem Espresso aufgefüllt wird, kühlt der kleine Schluck sofort ab und erhöht die Temperatur des Drinks nur unwesentlich.

Mit dem sogenannten Floaten sorgt man nicht nur dafür, dass der Espresso schnell kalt wird, dieser Kniff bringt den Espresso-Shot außerdem zum Schweben. Der Espresso Tonic sieht also zusätzlich ziemlich klasse im Glas aus.

Damit das klappt, kann man den heißen Espresso zum Beispiel vorsichtig über den Rücken eines Löffels gießen, den man nah an die Oberfläche des Drinks hält. Oder man träufelt ihn vorsichtig über einen Eiswürfel. In jedem Fall ist hier Vorsicht die Mutter des gelungenen Longdrink-Looks.

Welcher Espresso für Espresso Tonic?

Damit aus den zwei Bekannten Espresso und Tonic wirklich dickste Freunde werden, müssen die Geschmäcker der einzelnen Komponenten miteinander harmonieren. Anders gesagt: Nicht jeder Espresso taugt als Basis für den Espresso Tonic. Und nicht jedes Tonic Water macht zwangsläufig eine Top-Figur.

Als ideale Kombinationspartner erweisen sich hellere Espresso Röstungen, also fruchtiger Kaffee mit einer ausgeprägten Blumigkeit. Hier stehen die Bitterstoffe zugunsten eines feinen Frucht-Säure-Spiels im Hintergrund, Anklänge an Tee machen den Gedanken an eine Mischung mit Tonic längst nicht mehr so abwegig, wie es auf den ersten Blick scheinen mag.

Das passende Tonic Water dazu ist ebenfalls etwas milder und überzeugt den Gaumen mit ausgesprochener Süße, vielen Blumen und nur einem Hauch Bitterstoffen.

Wer dieser Kombination einmal verfallen ist, kann sich auf der Kaffee-Tonic-Skala weiter in Richtung mehr Kraft vorwagen. Allerdings gilt dabei immer der Grundsatz: Beide Komponenten sollten gleichermaßen durchsetzungsfähig sein, sonst gewinnt eine Zutat unangenehm die Oberhand.

Espresso Tonic mit Kaffee?

Natürlich spricht nichts dagegen, statt auf den frischen Espresso-Shot auf Cold Brew oder anderen kalten Kaffee zurückzugreifen. Hier ist es jedoch ungleich wichtiger, dass die Bohnen die höchste Qualität haben, sonst kommen beim Erkalten unangenehme Bitternoten in den Vordergrund. Und Bitterkeit soll ja das Tonic Water liefern.

Übrigens: Statt des Espresso-Shots könnte auch ein Ristretto, also ein Espresso, bei dem die Durchlaufzeit bzw. Wassermenge halbiert wurde, im Glas landen. Der Vorteil: Diese Variante schmeckt überhaupt nicht bitter, ist im Gegenteil süß und rund. Dann lohnt es sich allerdings, die Menge an Tonic und Eis noch einmal zu überdenken. Auch das Tonic Water muss hier zwangsläufig etwas kräftiger sein.

Pimp your Espresso Tonic! Der Sommerhit 2017 macht Lust und Laune auf gute Drinks

Der neueste Hit unter den Longdrinks ist schlicht erfrischend, ein außergewöhnliches Geschmacksabenteuer und einfach zuzubereiten:

  • Eiswürfel und
  • etwa 15 cl Tonic Water in ein Glas geben und
  • 4 cl Espresso, frisch gebrüht, darüber floaten.

Wer das Grundprinzip einmal verstanden hat, kann sich an Variationen wagen. Mit Zitrone. Mit Kräutern. Natürlich mit Gin. Aber selbst ohne weitere Spielereien dürfte klar sein, dass der Espresso Tonic den Beweis antritt, dass ungleiche Bekannte mit der richtigen Zubereitung für mehr Abwechslung im Kaffeeangebot sorgen.

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